Definition
Ein Ubuntu Base Image ist eine schlanke, containeroptimierte Version des Ubuntu-Betriebssystems und dient als Fundament für den Aufbau von Docker-Containern. Es schafft ein Gleichgewicht zwischen Größe und Funktionalität, indem es ein ausgereiftes Ökosystem und eine umfangreiche Bibliothek vorinstallierter Tools bietet, was es zu einer hochkompatiblen und stabilen Wahl für vielfältige Unternehmensanwendungen macht.
Überblick über Ubuntu Base Images
Wenn Entwickler darüber diskutieren, welches Base-Image sie verwenden sollen, dreht sich die Diskussion häufig um die Frage: Minimalismus oder ein ausgewogenes Verhältnis von Größe und Funktionalität? In Community-Diskussionen wie diesem Reddit-Thread oder häufigen Fragen auf StackOverflow zeigt sich ein zentrales Thema: Der Kontext ist entscheidend. Auch wenn es kleinere Alternativen gibt, machen Ubuntus umfangreiche Tool-Bibliothek, das ausgereifte Ökosystem und die breite Akzeptanz in der Branche es zu einer zuverlässigen Wahl. Für Entwickler, die ein Base-Image suchen, das in den meisten Anwendungsfällen stabil funktioniert – ohne ständiges Nachpatchen oder Anpassen –, bleibt Ubuntu eine sichere Option.
In manchen Szenarien kann es jedoch sinnvoll sein, das schlankste mögliche Base Image zu wählen, denn kleinere Images führen zu schnelleren Build-Prozessen. Außerdem sind sie sicherer, da ihre Angriffsfläche geringer ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass kleiner immer besser ist bei der Auswahl eines Base Images. Um das zu veranschaulichen, beleuchtet dieser Artikel die Unterschiede zwischen zwei grundlegend verschiedenen Typen von Base Images: solchen, die auf Ubuntu Linux basieren, und solchen, die auf Alpine Linux basieren.
Wie wir sehen werden, ist keines der beiden Images per se „besser“. Jedes eignet sich besser für bestimmte Anwendungsfälle. Man sollte also nicht automatisch Alpine gegenüber Ubuntu bevorzugen, nur weil Ubuntu ein größeres Base Image ist.
Warum die Wahl des richtigen Base Images entscheidend ist
Die Wahl des richtigen Base-Images ist einer der ersten Schritte auf dem Weg zur erfolgreichen Containerisierung einer Anwendung. Dabei sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen:
- Abhängigkeiten: Wenn die für Ihre Anwendung benötigten Abhängigkeiten bereits im Base Image enthalten sind, müssen Sie beim Erstellen Ihres Docker Images weniger Aufwand in der Dockerfile-Konfiguration betreiben.
- Erweiterbarkeit: Ein Base Image mit mehr enthaltenen Abhängigkeiten und Ressourcen erleichtert es, Container im Laufe der Zeit zu aktualisieren, ohne dabei jedes Mal die Dockerfiles anpassen zu müssen.
- Sicherheit: Je weniger Komponenten im Base Image enthalten sind, desto geringer ist das Risiko, dass sich darin eine angreifbare Library oder eine andere ausnutzbare Ressource befindet.
- Image-Bloat: Die Verwendung eines unnötig großen Base Images kann zu sogenannten „Image-Bloats“ führen – also Container Images, die überdimensioniert sind und daher beim Download mehr Zeit beanspruchen, obwohl sie Komponenten enthalten, die Ihre Anwendung gar nicht benötigt.
Um das optimale Base Image für Ihre Anwendung auszuwählen, müssen Sie ein Gleichgewicht finden zwischen der Anzahl an enthaltenen Ressourcen und der Gesamtgröße des Images. Diese beiden Faktoren stehen oft im Widerspruch zueinander: Je mehr Tools und Bibliotheken ein Base Image mitbringt, desto größer ist es in der Regel.
Grundsätzlich lassen sich Base Images in zwei Hauptkategorien einteilen:
- Base Images, die auf vollwertigen Betriebssystemen wie Ubuntu basieren
- Images, die auf minimalistischen Betriebssystemen wie Alpine Linux aufbauen
Am Beispiel von Ubuntu und Alpine vergleichen wir nun die jeweiligen Typen und bewerten ihre Vor- und Nachteile.
Verwendung von Ubuntu als Base Image
Ubuntu Base Images, die auf Docker Hub verfügbar sind, basieren auf dem Root-Dateisystem von Ubuntu Base – einer schlankeren Variante des Ubuntu-Betriebssystems.
Wichtig ist dabei: Ubuntu Base ist deutlich schlanker als die reguläre Desktop-Version von Ubuntu. Es enthält keine grafische Benutzeroberfläche, keine Office-Software und keine weiteren Tools, die für typische Container Use Cases irrelevant sind. Auch wenn Sie also Ubuntu als Base Image verwenden, arbeiten Sie mit einem vergleichsweise schlanken Image – aktuelle Ubuntu Base Images sind unter 75 Megabyte groß. Wenn Sie beispielsweise das Base Image „Ubuntu 20.04“ ausführen und den Inhalt des Verzeichnisses /bin prüfen, finden Sie dort 294 Dienstprogramme. Diese stehen im Base-Image von Ubuntu standardmäßig zur Verfügung, ganz ohne zusätzliche Installation durch den Entwickler.
So arbeiten Sie mit Base Images
Ubuntu
Um Ubuntu als Base Image für Ihren Container zu verwenden, erstellen Sie zunächst eine Dockerfile, in der Ubuntu als Base Image angegeben wird.
Wenn Sie zusätzliche Software installieren möchten, können Sie in der Dockerfile Befehle zum Ausführen von apt integrieren und die gewünschten Pakete installieren.
Alpine
Wenn Sie sich für Alpine als Base Image entscheiden, erstellen Sie ebenfalls eine Dockerfile.
Zusätzliche Software lässt sich mit apk, dem Paketmanager von Alpine, installieren. Sobald Ihre Dockerfile entsprechend konfiguriert ist, können Sie den Container wie gewohnt bauen.
Was sind die Vorteile von Ubuntu gegenüber Alpine?
Dank der umfangreichen Sammlung integrierter Tools bieten Ubuntu Base Images bestimmte Vorteile gegenüber wirklich minimalistischen Base Images wie Alpine:
- Mehr Tools: Ubuntu Base Images enthalten standardmäßig mehr Bibliotheken und Dienstprogramme. Dadurch müssen beim Erstellen eines eigenen Container-Images weniger zusätzliche Pakete installiert werden.
- Apt standardmäßig enthalten: Der Paketmanager apt ist fester Bestandteil der Ubuntu Base Images. Über apt lassen sich beim Container-Build schnell und einfach zusätzliche Softwarepakete aus dem rund 60.000 Pakete umfassenden Ubuntu-Repository installieren. Alpine Linux bietet zwar ebenfalls einen Paketmanager (apk), dieser hat jedoch keinen Zugriff auf eine vergleichbar große Paketbasis.
- Breite Unterstützung: Ubuntu zählt zu den beliebtesten Linux-Distributionen weltweit und wird nicht nur für Container eingesetzt, sondern auch für viele andere Anwendungszwecke. Das bedeutet: Selbst wenn Entwickler oder Admins bisher keine Erfahrung mit Docker haben, ist ihnen Ubuntu in der Regel vertraut. Alpine Linux hingegen ist außerhalb der Docker-Welt weniger verbreitet.
Was sind die Vorteile von Alpine gegenüber Ubuntu?
Auch wenn Ubuntu-Base-Images in vielerlei Hinsicht vorteilhaft sind, kann Alpine Linux in bestimmten Situationen die bessere Wahl sein. Die Vorteile von Alpine im Vergleich zu Ubuntu sind unter anderem:
- Kleinere Image-Größe: Alpine Base Images sind mit etwa 5,5 Megabyte deutlich kleiner als Ubuntu Images, die rund 75 Megabyte umfassen. Dadurch sind Container, die auf Alpine basieren, ebenfalls kleiner – was schnellere Downloads, Scans und in vielen Fällen auch kürzere Startzeiten bedeutet.
- Geringere Angriffsfläche: Da Ubuntu Base Images standardmäßig deutlich mehr Dienstprogramme und Bibliotheken enthalten als Alpine, ist auch die potenzielle Angriffsfläche größer.
Zum Vergleich: Im Verzeichnis /bin befinden sich bei Alpine lediglich 81 Dienstprogramme – deutlich weniger als die 294 bei Ubuntu. Und bei genauerer Betrachtung zeigt sich: Die meisten dieser Tools sind symbolische Links auf BusyBox, eine einzige ausführbare Datei, die zahlreiche Unix-Tools in sich vereint.
Aus technischer Sicht enthält Alpine also im Grunde nur ein zentrales Tool – BusyBox. Das macht Alpine noch schlanker und sicherer, denn potenzielle Sicherheitslücken betreffen hauptsächlich diese eine Komponente. Bei Ubuntu hingegen kann jede der hunderten standardmäßig enthaltenen Tools eigene Schwachstellen aufweisen.
Fazit: In Anwendungsfällen, bei denen Sicherheit oberste Priorität hat oder bei denen nur wenige Abhängigkeiten benötigt werden, ist Alpine als Base Image häufig die bessere Wahl anstatt von Ubuntu oder anderen „vollgewichtigen“ Linux-Distributionen.
Ist Ubuntu als Base Image effizient?
Ubuntu Base Images bieten eine ausgewogene Kombination aus Effizienz und Funktionalität. Zwar ist Alpine deutlich kompakter, doch auch Ubuntu bleibt im Vergleich zu Desktop-Distributionen schlank genug, um für produktive Workloads infrage zu kommen. Teams, die auf vorhersehbare Startzeiten und stabile Performance Wert legen, entscheiden sich oft für Ubuntu – nicht zuletzt, weil die zusätzlichen Bibliotheken und Tools viele eigene Build-Schritte überflüssig machen.
Praxiserfahrungen, etwa aus dem Blog von Octopus zum Thema „Ubuntu Docker Images“, zeigen, dass sich der etwas größere Speicherbedarf von Ubuntu durch weniger Überraschungen bei der Erstellung und Bereitstellung von Anwendungen auszahlt. Auch auf ServerFault betonen Entwickler, dass Ubuntu Base Images das manuelle Nachinstallieren fehlender Abhängigkeiten weitgehend vermeiden, was letztlich Zeit und Ressourcen spart.
So bleibt Ubuntu auch in puncto Effizienz eine sinnvolle Wahl – ohne Kompromisse bei der Funktionalität.
Wie flexibel ist Ubuntu?
Flexibilität zählt zu den größten Stärken von Ubuntu. Entwickler können ein Ubuntu Base Image ganz einfach erweitern – mithilfe des Paketmanagers apt, der Zugriff auf über 60.000 Softwarepakete bietet. So lassen sich Images mühelos für unterschiedlichste Anwendungen konfigurieren – von Python- oder Node.js-Projekten bis hin zu komplexen Enterprise-Stacks.
Wie auch Beiträge auf AskUbuntu betonen, liegt der Hauptunterschied zwischen Ubuntu als Betriebssystem und als Docker Image darin, dass letzteres unnötige Komponenten weglässt, die essenziellen Bestandteile für Entwickler aber beibehält. Auf DevOps StackExchange verweisen Entwickler darauf, dass Ubuntu durch diese Flexibilität besser geeignet ist als applikationsspezifische Images – insbesondere für Projekte, die sich schnell weiterentwickeln. Auch einzelne Entwickler, wie etwa in diesem Blogpost von Kronis, unterstreichen, dass Ubuntus Kompatibilität mit bestehender Infrastruktur und etablierten Abläufen den reibungslosen Übergang von kleinen Projekten zu Implementierungen von Unternehmen ermöglicht.
Base Images mit JFrog absichern
Ubuntu bietet als Docker Base Image ein leistungsstarkes Gleichgewicht aus Funktionalität und Flexibilität, während Alpine für Minimalismus und Geschwindigkeit steht. Unabhängig davon, welches Base Image Sie wählen – die eigentliche Herausforderung besteht nicht nur in Größe oder Komfort, sondern in der Sicherheit der darin enthaltenen Pakete und Abhängigkeiten.
JFrog Xray integriert sich direkt in Ihre Container-Registries und CI/CD-Pipelines, um auf Ubuntu- oder Alpine-basierten Images Schwachstellen, Lizenzrisiken und potenziell unsichere Abhängigkeiten zu identifizieren. Mit Xray können Teams das Base Image wählen, das zu ihren Workflows passt – ohne bei Sicherheit oder Compliance Kompromisse eingehen zu müssen.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website, in der virtuellen Tour oder in einer persönlichen Demo – ganz wie Sie wünschen.